Filme

Hier finden Sie die Besprechungen der 15 Filme des aktuellen Programms. Wenn Sie sich Besprechungen aus früheren Programmen ansehen möchten steht Ihnen unser 3173 Einträge umfassendes Filmarchiv zur Verfügung.


1000 Zeilen
(D 2022, 93 Minuten, ab 12)
Lars Bogenius (Jonas Nay) ist der Stern am Reporterhimmel beim Magazin „Chronik“ in Hamburg. Seine Stories sind brillant recherchiert und ganz nah dran an den Menschen. Das muss auch der freie Journalist Juan Romero (Elyas M’Barek) neidlos anerkennen. Doch dann findet er Ungereimtheiten in einer Titelgeschichte seines preisgekrönten Kollegen. Aber die Chefredaktion will von diesem Vorwurf nichts wissen, denn Lars ist der Goldjunge des Blattes. In fiktionalisierter Form erzählt die bildstark und mit leichter Hand inszenierte Dramödie die Affäre Claas Relotius nach, der 2018 als Schwindler aufflog: Jahrelang hatte der „Spiegel“-Journalist Porträts und Interviews weitgehend erfunden.
Der neue Film von Michael Bully Herbig („Ballon“) „erzählt mit augenzwinkerndem Witz die höchst unterhaltsame ‚wahre‘ Geschichte einer großen Medienlüge.“ (FBW)
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Come On, Come On
(USA 2021, 114 Minuten, ab 6)
Der New Yorker Radiojournalist Johnny (Joaquin Phoenix) arbeitet an einer Reportage, für die er Jugendliche in den gesamten USA zu ihrer Zukunft befragt. Doch nach einem Anruf seiner Schwester Viv muss er sich unerwartet um ihren neunjährigen Sohn Jesse kümmern. Es ist das erste Mal, dass Johnny wirklich mit dem Thema Elternschaft in Berührung kommt und die Verantwortung für ein Kind über-nehmen muss. Und für den ebenso aufgeweckten wie sensiblen Jesse ist es das erste Mal, dass er längere Zeit von seiner Mutter getrennt ist.
Y „Der stille, in Schwarz-weiß gedrehte Film von Regisseur Mike Mills („Jahrhundertfrauen“) entwirft ein wahres Panorama des Lebens und schafft mit leichter Hand Raum für alle wichtigen Fragen. Ein zutiefst humanistisches Meisterwerk, das so intelligent wie melancholisch flexible Formen der Vergemeinschaftung erkundet und nachdrücklich für die Kraft des zugewandten Gesprächs plädiert.“ (Filmdienst)
„Ein kleiner, stiller, unaufgeregter, aber schöner Film, der mehr über Elternschaft aussagt, als es dem Kino gemeinhin gelingt.“ (Programmkino.de)
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Der Gesang der Flusskrebse
(USA 2022, 126 Minuten, ab 12)
Als junges Mädchen wird Kya (Daisy Edgar-Jones) von ihrer Familie verlassen. In den gefährlichen Sümpfen von North Carolina wächst sie alleine auf und entwickelt sich zur scharfsinnigen und zähen jungen Frau. Jahrelang geistern Gerüchte über das „Marschmädchen“ durch den nahe gelegenen Ort Barkley Cove, dessen Bewohner Kya mit Misstrauen und Ablehnung begegnen. Als sich Kya zu zwei jungen Männern aus der Stadt hingezogen fühlt, eröffnet sich für sie eine neue, verblüffende Welt. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, sieht die Gemeinde sofort in Kya die Hauptverdächtige.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans der amerikanischen Schriftstellerin Delia Owens erzählt von Erwachsenwerden, weiblicher Selbstbestimmung und Liebe, aber auch von männlichem Missbrauch und Hass. Das Ergebnis ist ein „toll bebilderter, kraftvoll gespielter Mix aus Romanze, Naturdrama, Thriller und Gerichtsfilm.“ (Programmkino.de)
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Der Nachname
(D 2021, 87 Minuten, ab 0)
Es hätte ein harmonisches Familientreffen werden sollen. Doch kaum sind das Ehepaar Stephan (Christoph Maria Herbst) und Elisabeth (Caroline Peters) mit den frisch gebackenen Eltern Thomas (Florian David Fitz) und Anna (Janina Uhse) auf Lanzarote eingetroffen, brechen in der Familie Böttcher neue Konflikte auf. Nicht nur erkennen Thomas und Elisabeth ihr geliebtes Familiendomizil kaum wieder, viel schlimmer noch: Ihre Mutter Dorothea (Iris Berben) und Adoptivsohn René (Justus von Dohnányi) haben ihre Beziehung auf der kanarischen Insel in jeder Hinsicht vertieft und verkünden ihren Kinderwunsch! In diversen Allianzen wird heftig über komplizierte Erbfolgen, unmögliche Schwangerschaften und das moderne Verständnis von Familie gestritten!
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Die Schule der magischen Tiere 2
(D 2022, 103 Minuten, ab 0)
Auf der Wintersteinschule stehen die Feierlichkeiten zum 250. Schuljubiläum an. Dafür soll die Klasse von Miss Cornfield (Nadja Uhl) ein Musical über den Schulgründer einstudieren. Für Regisseurin Ida (Emilia Maier) wird schon das Casting eine Herausforderung, weil Oberzicke Helene (Emilia Pieske) einfach die Hauptrolle an sich reißt. Dabei ist das wahre Gesangstalent die schüchterne Anna-Lena (Lilith Johna), die sich niemals trauen würde, ins Rampenlicht zu treten! Stattdessen tut sie alles, um ihre Freundschaft mit Helene nicht zu gefährden. Erst durch ihr magisches Tier, Chamäleon Caspar (Stimme: Rick Kavanian), kann sie über ihren Schatten springen. Ob Anna-Lena will oder nicht: Sie muss gegen Helene antreten! Auch Ida liegt mächtig mit Helene über Kreuz und das hat nicht nur mit dem Theaterstück zu tun, sondern auch mit Jo (Loris Sichrovsky), den Helene mit allen Tricks für sich zu gewinnen sucht. Jos magisches Tier, der forsche Pinguin Juri (Stimme: Axel Stein), stürzt mit seiner „Unterstützung“ das Trio komplett ins Chaos. Als schließlich das gesamte Schuljubiläum ins Wasser fallen soll, weil auch noch seltsame Löcher auf dem Schulhof auftauchen, müssen die Kinder und ihre Tiere endlich lernen, worauf es in der magischen Gemeinschaft ankommt: Teamwork!
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Ein Weihnachtsfest für Teddy
(N 2022, 78 Minuten, ab 0)
Schon viel zu lange sitzt Teddy im obersten Regal einer Losbude auf einem Weihnachtsmarkt. Der kleine Bär will endlich was erleben und raus in die weite Welt. Damit sich dieser große Wunsch erfüllt, muss er aber endlich einen neuen Besitzer finden. In dem Weihnachtsmärchen des norwegischen Schriftstellers Alf Prøysen lernt Teddy, wie wichtig Freundschaft und Familie sind und wie er dem kleinen Mädchen Mariann das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten bereiten kann.
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Grosse Freiheit
(A/D 2021, 116 Minuten, ab 16)
Hans Hoffmann (Franz Rogowski) will sich nicht vorschreiben lassen, wie er zu leben und wen er zu lieben hat. Für diese Einstellung wandert er zwischen 1945 und 1969 dreimal ins Gefängnis, denn Homosexualität ist im Nachkriegsdeutschland immer noch strafbar. Die einzige Konstante, die Hans in seinem Leben besitzt, ist sein Zellengenosse Viktor (Georg Friedrich) - ein verurteilter Mörder. Zwischen den beiden herrscht anfangs vor allem eine Sache: Abscheu. Doch im Laufe der Zeit wandelt sich die homophoben Feindseligkeit in Verständnis und mündet in einer unegwöhnlichen Freundschaft.
"Ein kammerspielartiges Drama, das aus dem Mikrokosmos einer Strafvollzugsanstalt heraus von der Kriminalisierung schwuler Männer durch den berüchtigten Paragraphen 175 erzählt. Dank der beiden herausragenden Hauptdarsteller entfaltet der Film höchst eindringlich die Geschichte einer Annäherung vor einem düsteren Zeitpanorama." (Filmdienst)
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Lunana - Das Glück liegt im Himalya
Der junge Ugyen lebt in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. Eigentlich träumt er davon, im Ausland als Musiker Karriere zu machen. Doch er wird dazu verpflichtet, sein letztes Ausbildungsjahr als Lehrer im Lunana-Tal an den Hängen des Himalaya zu verbringen. Dort steht im Dorf Lhedi in 4.000 Meter Höhe die wohl abgelegenste Schule der Welt. Ein Dutzend Kinder wartet hier wissbegierig darauf, unterrichtet zu werden.
"Ein charmant gespieltes, liebenswertes Wohlfühlkino vor prachtvoller Landschaftskulisse, das Widersprüche der Gesellschaft benennt, vor allem aber die poetische Kraft des Einklangs mit der Natur beschwört." (Filmdienst) "Eine feine Komödie mit viel Herz und wunderbaren Bildern aus dem Himalaya." (Programmkino.de)
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Maixabel - Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung
(E 2021, 116 Minuten, ab 12)
Am 29. Juli 2000 erschütterte der Mord an dem sozialistischen Lokalpolitiker Juan Marí Jáuregui das Baskenland. Elf Jahre nach dem Attentat meldet sich einer der Mörder, der seine Taten bereut und mit der Terrororganisation ETA gebrochen hat, bei der Witwe Maixabel Lasa (Blanca Portillo) und bittet um ein Gespräch. Gegen alle Widerstände, auch ihre eigenen, trifft sich Maixabel mit den Mörder ihres Mannes.
Das auf realen Ereignissen basierende Drama erzählt über einen Zeitraum von zehn Jahren von den langen Wegen durch Wut, Trauer, Verblendung, Schuld und Reue und wie Vergebung möglich wird, wenn Menschen ihre Positionen verlassen: "Die Perspektiven von Hinterbliebenen und Tätern werden dabei nicht gleichgewichtet, aber beide gleich ernst genommen. Ein konzentriertes, anrührendes Drama, das bar jeder Sentimentalität die Möglichkeiten einer auch politisch-gesellschaftlichen Versöhnung auslotet." (Filmdienst)
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Mittagsstunde
(D 2022, 97 Minuten, ab 12)
Der Kieler Hochschullehrer Ingwer Feddersen (Charly Hübner) nimmt sich eine Auszeit und kehrt in sein Heimatdorf in Nordfriesland zurück, das sich seit seiner Kindheit drastisch verändert hat. Beim Versuch, seinen fast 90-jährigen Großeltern zu helfen, wird er zunächst zurückgewiesen, stößt dann aber auf Geheimnisse, die die Familien- und Dorfgeschichte in neuem Licht erscheinen lassen. Die Verfilmung des Romans von Dörte Hansen „erzählt auf mehreren Zeitebenen vom Verschwinden der dörflichen Struktur und würdigt zugleich unaufgeregt und anrührend die wortkarge Loyalität der Figuren.“ (Filmdienst)
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Parallele Mütter
(E 2021, 123 Minuten, ab 6)
Die in Madrid lebende Werbefotografin Janis (Penélope Cruz) wird bei ihrer Affäre mit einem verheirateten Anthropologen ungeplant schwanger und beschließt, das Kind alleine großzu-ziehen. Im Krankenhaus teilt sie sich ein Zimmer mit der ebenfalls ungewollt schwangeren 17-jährigen Ana (Milena Smit). Die Geburt ihrer Babys findet am selben Tag statt und fortan unterstützen sich die beiden alleinerziehenden Mütter. Doch ein Zufall wirft alles durcheinander und verändert ihr Leben auf dramatische Weise.
„Ein vielschichtiges, vorzüglich gespieltes und inszeniertes Melodram von Regisseur Pedro Almodovar um Mutterschaft in ihren biologischen, sozialen und psychologischen Facetten, festgemacht an der Geschichte einer komplexen Frauenfreund-schaft und den Beziehungen, die beide Frauen prägen. Dabei geht es auch um alte Traumata und verdrängten historischen Ballast, der in die Gegenwart nachwirkt und dem es mit Mut zur Wahrheit zu begegnen gilt.“ (Filmdienst)
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See How They Run
(USA 2022, 98 Minuten, ab 12)
London, Ende der 1950er Jahre: Auf der Party zur 100. Theatervorstellung eines Agatha-Christie-Stückes wird der Hollywood-Regisseur Leo Köpernick (Adrien Brody) ermordet. Als Inspektor Stoppard (Sam Rockwell) und der Neuling Constable Stalker (Saoirse Ronan) den Fall übernehmen, stoßen sie auf eine ganze Reihe von Verdächtigen.
„Eine turbulente „Whodunit“-Komödie, die als betonte Huldigung an das Sujet auf amüsante Weise die Stärken und Schwächen des Genres vor Augen führt. Der Film zelebriert mit feinem Gespür für Details und einem versierten Ensemble genüsslich das altmodische Spannungskino.“ (Filmdienst)
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Siegen-Wittgenstein von oben - echt vielfältig
(D 2022, 75 Minuten, ab 0)
Im Mittelpunkt des Films stehen Landschaftsaufnahmen, die 2018 von einem Helikopter aus gemacht wurden. Der Hubschrauber war über allen elf Städten und Gemeinden des Kreises unterwegs und hat atemberaubende Aufnahmen aus großer Höhe, aber auch „näher dran“ ermöglicht. An verschiedenen Orten machte das Team dann auf dem Boden Station, um die besondere Vielfalt von Siegen-Wittgenstein hautnah zu zeigen: „Der Leitgedanke ‚Echt vielfältig‘ aus unserem Regionalmarketing wird in diesem Film lebendig: Wir zeigen unsere einzigartige Mischung aus Stadt- und Landleben, wo man tagsüber auf dem Rothaarsteig wandern und abends im Apollo-Theater die Philharmonie Südwestfalen hören kann“, so Landrat Andreas Müller: „Bei uns muss man sich eben nicht zwischen Großstadt und Natur entscheiden: Bei uns gibt es das Beste aus zwei Welten. Und das bringen wir in diesem Film auf die Leinwand!“.
Autor, Produzent und Regisseur des neuen Siegen-Wittgenstein-Films ist der Siegener Filmemacher Alexander Fischbach. Aus mehreren Stunden Filmmaterial hat er die beeindruckendsten Bilder und interessantesten Szenen ausgewählt, diese um einige historische Sequenzen ergänzt und daraus ein stimmiges und kurzweiliges 75-minütiges Gesamtwerk gestaltet.

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The Father
(GB 2020, 98 Minuten, ab 6)
Ein 80-jähriger Mann (Anthony Hopkins) weigert sich trotz seines hohen Alters, seine komfortable Wohnung in London zu verlassen oder eine Pflegekraft zu engagieren. Doch er leidet an Demenz und ist zunehmend verwirrt.
Regisseur Florian Zeller schuf „ein packendes Drama um Demenz und Identitätsverlust, das konsequent aus Sicht der Titelfigur erzählt ist. Die Verwirrung des Protagonisten überträgt sich somit unmittelbar auf den Zuschauer.“ (Filmdienst) „Große, bewegende Schauspielkunst!“ (epd Film)
Ausgezeichnet mit dem Oscar 2021 für das beste adaptierte Drehbuch und den besten Hauptdarsteller (Anthony Hopkins)!
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Triangle of Sadness
(SWE 2022, 147 Minuten, ab 12)
Das Model Carl und die Influencerin Yaya werden zu einer Luxus-Kreuzfahrt eingeladen. An Bord der Yacht treffen sie auf russische Oligarchen, skandinavische IT-Milliardäre, britische Waffenhändler, gelangweilte Ehefrauen und einen Kapitän (Woody Harrelson), der im Alkoholrausch Marx zitiert. Zunächst verläuft der Törn zwischen Sonnenbaden und Champagnerfrühstück absolut Instagram-tauglich. Doch nach einem Sturm finden sich die Überleben auf einer Insel wieder und plötzlich ist die Hierarchie auf den Kopf gestellt, denn die Putzfrau ist die Einzige, die Feuer machen und Fische fangen kann.
Regisseur Ruben Östlund („The Square“) schuf „eine rabenschwarze Gesellschaftssatire aus der Welt der Schönen und Reichen.“ (ZDF Heute Journal) „Sehr klug und sehr böse!“ (BR KinoKino) „Mit einhundert wohlplatzierten Pointen.“ (Frankfurter Rundschau)
Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele Cannes 2022! Aufpreis 1,00 EUR wegen Überlänge.
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